Klaus Jaquemod, bis vor kurzem Michelin-besternter Chef des Kölner Mini-Restaurants “Capricorn i Aries” (nur vier Tische, in der Woche oft leer), hat sich eine neue Wirkungsstätte erschlossen: Im August übernahm er das jahrelang unbewirtschaftete “Herrenhaus Buchholz” auf dem Brombeer-bewachsenen Berg hinter Alfter bei Bonn, das wegen seines Spargel-Anbaus bekannt ist. Dort verkauft er an Wanderer… [Weiterlesen…]
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Bonn
Der Türkentrolley war der Renner am ersten Tag der Anuga. Die größte Fressmesse der Welt, äußerst papier- und pröbchenlastig, sieht normaler Weise niemanden ohne Tüten und Taschen; clevere Aussteller verteilen sie großzügig, weil sie damit ihren Messeauftritt vervielfachen. Die Handelskammer Istanbul schoss diesmal den Vogel ab: Bei ihr gab es rollende Pappkartons mit sensationellem Fassungsvermögen.… [Weiterlesen…]
Auf der Anuga in Köln verkostet: Hackplus. Das ist Hackfleisch, das mit Weizenprotein (bekannt als Kraftnahrung aus der Muckibude) und Weizenmehl angereichert wurde und deshalb weniger Fett enthält. Obwohl sich der Demo-Koch alle Mühe gab, das Industrieprodukt mit Kräutern, Gemüse und Parmesan aufzubessern, kam für meinen Gaumen nichts Gescheites dabei heraus: Selten so langweiliges Hackfleisch… [Weiterlesen…]
Selber kochen ist gesünder und billiger als Tüten mit Fertigprodukten aufzureißen – das steht außer Frage. Fernseh-Schaffende wie Sarah Wiener werden jedoch nicht müde, auch Speed vorzugaukeln: Nudeln mit Tomaten, Walnüssen, Petersilie und Parmesan seien viel schneller fertig als das gleichartige Erzeugnis der Industrie. Letzteres stimmt so nicht, denn da wird das Drumherum unterschlagen. Ich… [Weiterlesen…]
Im Werbeblatt eines Supermarktes Schweinekotelett für 39 Cent pro hundert Gramm gesehen, also 3,99 Euro pro Kilo. Da kann ich mir denken, wie das Fleisch in der Pfanne zusammenschnurrt, wenn das Wasser verdampft, das darin reichlich enthalten ist. Letzten Monat habe ich in den Herrmannsdorfer Landwerkstätten in Glonn bei München das Fünffache bezahlt, und das… [Weiterlesen…]
Schade, in Köln-Ehrenfeld steht eine Institution vor dem Ende. “Die Zeit der Kirschen”, beliebter Mix aus Kneipe, Künstlerlokal und Restaurant der gehobenen Art, wird zum Ende der Kirschen-Saison, also Ende Juni schließen. Probleme mit dem Vermieter sollen der Grund sein. Der Wille zum Weitermachen scheint vorhanden: Im Restaurant liegt eine Liste aus. Wer sich einträgt,… [Weiterlesen…]
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Köln
Austern werden gerne mit allem Möglichen dekoriert – vermutlich deshalb, weil vielen Menschen der Gedanke an lebendes Meeresgetier unheimlich ist und sie den Geschmack eigentlich nicht mögen. Ich erinnere mich an einen Film mit Mario Adorf, der sich zur Formulierung “Rotze mit Fischgeschmack” verstiegen hatte. Da kommen neben der obligaten Zitrone alle Arten von Essig,… [Weiterlesen…]
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Köln
Mein Lieblingswein “Ronco delle Mele” von Venica aus dem Friaul ist mit Pfirsich- und Stachelbeer-Aromen hinlänglich beschrieben. Österreichische Schluchtenscheisser meinen hinzufügen zu müssen: “Dahinter ein Hauch Gewürze, etwas Salbei, Zitronenschale, Zedernholz und Tomatenblätter.” Da errötet meine Zunge, die nicht weiß, wie Tomatenblätter schmecken.
Keine Party ohne Fingerfood: Zum Aperitif reicht der geübte Gastgeber Kleinigkeiten gegen den ersten Hunger. Bei Biedermanns sind das Butterbrote oder Frikadellen; die Toskana-Fraktion fährt Antipasti und Tramezzini auf. Hat man eine Hütte auf Mallorca, werden Tapas daraus; schlanke Menschen schicken Sushi ins Rennen und Frankreichfreunde Amuse-Bouches, weil Gueule so hässlich nach Schnauze klingt. Die… [Weiterlesen…]
Gestern haben sie mir in einem oberbayerischen Gasthof die flache Schulter als Ochsenbacken verkauft. Ich hab nix gesagt, um keine überflüssigen Diskussionen loszutreten. Aber zusammen mit sehr “al dente” gewürfelten Gemüsen und Schmorzwiebeln hatte ich stundenlang Revolution im Gedärm. Dabei sah der Teller ausgesprochen hübsch aus, die dunkle Soße schmeckte appetitlich-säuerlich. Und die war es… [Weiterlesen…]
Oktober 28, 2011
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