Blasen bei Grainer

Posted on 9. Mai 2010 von

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Der Ort heißt Kirchdorf, gehört zu Haag und liegt im tiefen Oberbayern in der Mitte zwischen Landshut und Rosenheim. Vor zwanzig Jahren hat Christian Grainer das Gasthaus seiner Eltern in ein Feinschmecker-Restaurant verwandelt, und seit zehn Jahren leuchtet ein Michelin-Stern über „Christians Restaurant“. Anmutig, wie sich hier bäuerliche Urigkeit mit ländlicher Eleganz paart: Laptop und Lederhose aufs Gastronomische übersetzt, Tümeln und Tafeln zugleich. Dicke Leinenwäsche, schneeweiß, auf den Tischen, das ganze Arsenal der feinen Küche von Amuse-gueule bis Friandises, Service im Dirndl. Reispapier um den Seeteufel, was ihn saftig hält, dünne Wickeln von Morcheln, Spinat, Ei und Tramezzini-Brot um den Maibock, und warum schmecken die Kohlrabi-Halbmonde so sensationell?

Ein Schatz ist die Chefin, schöne Frau mit Weinverstand. Sieht alles, merkt alles, handelt blitzschnell und geräuschlos. Draußen steht „Gasthof Grainer“ dran, hintendurch geht es zum halb-privaten Refugium für die Prominenz mit ländlicher Aussichtsterrasse. Und dann die Preise: Vier Gänge 65 Euro, sechs Gänge 79. Da ist das Benzin für die Anfahrt locker drin – und Zimmer gibt es auch.
Nett, wenn der Chef vom Bofrost-Lieferwagen spricht (von dem mit den goldenen Felgen), der just-on-time das ganze Menü geliefert haben soll. Und wenn sich am Schluss beim Alkotest die 0,5-Marke bedenklich nähert, hilft nur ein Zimmer beim Grainer.

Grainer (weiß) mit Gast (gelb)

Maibock à la Grainer

Posted in: Bayern