Komponist am Herd

Posted on 4. August 2010 von

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Ein trefflich gebratenes Rinderfilet, darauf eine Riesengarnele und dazu eine Keule vom Schwarzfederhuhn, ihrerseits mit Garnele gefüllt, das Ganze umkränzt von lackierten Pfifferlingen und gekrönt von einem Türmchen aus Griesflammerie – darf man das? Koch Nico Kessler-Thönes von der Alten Schlosserei in Engelskirchen meint Ja und nennt es „Komposition“. Ein prima Gericht für alle, die sich nicht entscheiden können, die Steigerung des aus Amerika bekannten „Surf & Turf“, wo sich seit alters her Rind und Hummer vermählen.

Man soll alles zusammen essen, um den Dreiklang zu spüren, meint der Koch.  Ich fand’s eher lästig, mal auf Rind, dann auf Huhn und dann aufs Krustentier zu beißen – drei Gänge nacheinander wären mir lieber gewesen. Ein wenig erinnerte mich die Komposition an die Beute beim Kalten Büffet, wo man ja auch lauter Zeugs zusammen auf dem Teller hat. Ich hab’s trotzdem genossen, zumal die Pfifferlinge exzellent waren, die Kräuterkruste makellos und die dunkle Sauce unglaublich dicht. Andere wiederum, die gerne viel und durcheinander essen, fanden den Teller hinreißend.

Rind & Huhn & Garnele & Pilze & Griesflammerie

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