Flogaus – feine Küche und österreichische Weine

Posted on 23. August 2014 von

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Wer im „Flogaus“ essen möchte, der sollte prüfen, ob er das gegenüber der alten Feuerwache im Agnesviertel gelegene  Lokal nicht mittels ÖVNP erreichen kann – oder zumindest einen Fußweg einkalkulieren. Das Parkangebot ist desaströs. Allerdings lohnt der Besuch.

IMG_20140726_190611Vor nunmehr fast vier Wochen waren wir an einem sonnigen Samstag zu Gast im Flogaus. Die draußen aufgestellten ca 8 Tische waren schnell besetzt und auch innen füllte sich das Lokal im Laufe des Abends. Das Publikum ist mit ca 25-35 Jahren – gemessen am dem Niveau der Preise – erstaunlich jung. Im Alter von 25 Jahren war für mich ein Besuch in einem Lokal dieser Kategorie ausgeschlossen. Ein Hoffnungsschimmer für Kaufkraft und den gestiegenen Anspruch im kulinarischen Bereich.

Wie man schon vermuten mag, fallen die Erinnerungen im Detail in diesem zeitlichen Abstand nicht mehr leicht. Zur Kompensation wird versucht, dies durch eine größere Zahl Bilder zumindest etwas auszugleichen. Die Karte zeigt gleich zu Beginn das nach Aussagen der Bedienung meist genommene 6-Gänge Menü. Bescheiden und fast verschämt nehme ich das 4-Gänge Überraschungsmenü (das alternativ angebotene 5-Gänge Menü weist zusätzlich eine Käseplatte auf).

Das obere Bild zeigt ein leicht rustikal wirkendes „Butter und Brot“ Tablett mit Kombination von Schinkenröllchen und Weißkohlsalat – alles in guter Qualität. Ich freue mich immer, solcherart gewagte Kombinationen in der Guten Küche anzutreffen. Fast hätte ich gesagt „Es muß nicht immer Trüffel sein“ – da sind wir schon beim nächsten Gang.

Wie um die vorhergehende Einschätzung zu überdecken kommt die Vorspeise unter einer Haube von (Sommer-)Trüffel-Scheiben daher. Diese verbergen den auf einem Bett von Bulgur und Perlgraupen liegenden Tafelspitz. Bereichert wird das Ganze durch Erbsen, rote Trauben und in kleine Würfel geschnittenen Trüffelgelées.

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Als Zwischengang wird eine an Kartoffel-Endivie Stampf und Schmorgurke liegende Scheibe vom Eismeer-Saibling gereicht – eingebettet in einem montierten Sud von Fischfond. An diesem Punkt darf angemerkt werden, daß Bedienung und Küche immer gerne bereit waren zu Details der Gerichte Auskunft zu geben.

Die verspielte Küche läßt es sich nicht nehmen, die Lücke bis zum Hauptgang durch ein kleines Getränk zu füllen. Zum Ausschank kommen kleine Fläschchen mit einer selbst gemachten Limonade aus
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Grapefruit-Saft, Soda und grünem Pfeffer. Die leichte Schärfe des Getränks stellt sich erst nach Minuten ein. Das verschafft Gast und Küche etwas Muße bis zum Eintreffen des Hauptganges.
 
In der Hauptspeise treffen zwei Zubereitungsweisen für Fleisch aufeinander. Vom Stubenküken eine geschmorte Keule sowie die rosa gebratene Brust. Als Beilage gibt es ein Bohnencassoulet, Pilze und eine Zwiebelbuchtel.
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Die Nachspeise wird beschrieben als „Zweierlei von der Buttermilch“: Auf der großen Platte finden sich neben dem weißen gefüllten Ring aus Buttermilch-Muß einige braune (in der Form an Pilze erinnernde) Stempel aus karamelisierter Buttermilch. Blickfänger für mich ist allerdings der Nocken Estragonsorbet. Dieser und zwei Löffel Estrangonschaum rahmen den Buttelmilchring ein. Eingelegte Früchte wie Aprikosen und Johannisbeer bereichern den Nachtisch um fruchtige Noten.

Zu guter Letzt – es scheint nirgendwo auf der Karte vermerkt zu sein – bekommen wir noch ein Gläschen vom „Cuvée Nr. 6“ der Manufaktur Geiger, bekannt durch ihre Fruchtweine. Ich erinnere mich da auch an einen sehr schönen Schaumwein von der Bratbirne …

Und die Weine? Ach ja. Zwei Weiße und ein „Blauer Veltliner“. Alles gute Weine.

Preis: Aperitiv, 4-Gänge Menu mit Weinbegleitung = 84 Euro

Flogaus
Kasparstr. 19
50670 Köln

Tel.: 0221 – 99 87 93 53
www: http://flogaus-restaurant.de

Achtung: Di. und Mi. Ruhetag!

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